Sommerzeit - Zeit der Feste

"Saure Wochen, frohe Feste!" - so sagt es der Volksmund. Und er hat recht, wenn man in den Terminkalender schaut. Land auf, Land ab, ein Fest reiht sich an das andere. Von den ganz großen, wie dem Wittmunder Bürgermarkt, über die Schützen- und Volksfeste bis hin zu den privaten Garten- und Grillparties, die in den Sommermonaten (wenn denn das Wetter mitspielt!?) allerorten gefeiert werden.

Unser Wort "Fest" kommt von dem lateinischen "festivitas", dessen Bedeutungsbogen weit ausgespannt ist. Er reicht vom schlicht weltlichen "Vergnügen" bis hin zur ernsten Feier. Und in der Tat: Wer genau hinschaut, der kann unter den meisten Festen neben aller Ausgelassenheit auch einen ernsthaften Kern entdecken.

Ein gut Teil der Fest haben - und das nicht nur in unseren Breiten - einen religiösen Hintergrund. Es waren all die großen und kleinen Kirchenfeste, die den Kern unserer heutigen Feste bilden. Bis heute hat sich das im Englischen erhalten, wo Ferien und Festtage bekanntlich "holidays" - "Heilige Tage" heißen.

Und ganz gleich, ob nun Feiertag oder Fest, gemeinsam ist ihnen eines: Sie sind ein notwendiges Gegenstück zu unserem Alltag. In unserem Leben, in dem zunehmend alles verplant und geplant ist, bieten Feiertage und Feste einen willkommenen Ausgleich. Zeit, ausgelassen und fröhlich zu sein, die kleinen und die großen Sorgen des Alltags getrost für eine Zeit hintan zu stellen.

 

Einen Freiraum von den drängenden Forderungen des Arbeitstages. Eine "Auszeit", in der kein Akkord, kein Maschinentakt und kein voller Schreibtisch etwas zu sagen haben. Das ist heutzutage um so wichtiger, wo am laufenden Meter die Leistung als Maß aller Dinge "gepredigt" wird!

Eine Gelegenheit, zu sich selbst zu kommen und in jenen uralten Rhythmus von Arbeit und Ruhe zu finden, von dem ja schon die Schöpfungsgeschichte erzählt: "Und Gott ruhte am siebenten Tage von all seinen Werken, die er gemacht hatte."

Zugegeben: Viele von denen, die an diesen Wochenenden auf Märkten und Festen feiern, werden nicht sonderlich zum Ausruhen kommen. Aber eines bleibt doch: Die willkommene und ersehnte Abwechslung zum Alltag und die Erinnerung daran, daß unserer Schöpfer uns nicht als nimmermüde "Arbeitsbienen" geschaffen hat. Er hat uns nicht nur Tatkraft und Fleiß gegeben, sondern uns auch die Fähigkeit geschenkt, fröhlich und ausgelassen zu feiern.

In diesem Sinne wünsche ich denen, die an den kommenden Wochen feiern, und jenen, die es ruhig angehen lassen, das Gleiche: Ein fröhliches und gesegnetes Wochenende.

Karin Neese

 

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